„Ich wünsche mir eine Kirche…“                                                            Projekt „Thesentür“ in der St. Nicolaikirchengemeinde gestartet

Wünsche und Träume – wer hat sie nicht? In der St. Nicolaikirchengemeinde Diepholz sollen diese immer einen Platz haben. Im Rahmen des Reformationsjubiläums erinnerten Pastor Lutz Korn und Diakonin Frauke Laging in einem besonderen Gottesdienst am vergangenen Sonntag an Martin Luthers Thesenanschlag an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg. Auf der Suche nach Gott machte er sich Gedanken über eine glaubwürdige Kirche. Getragen von Gottes Wort und der Rechtfertigung aus Glauben hielt er es nicht mehr aus und machte die Missstände seiner Kirche öffentlich. Martin Luther schrieb 95 Thesen gegen die schlimmen Auswüchse des Ablasswesens und nagelte sie am 31. Oktober 1517 an die Kirchentür. „Es ist egal, ob Luther die Thesen wirklich angenagelt hat oder nicht“, so Pastor Lutz Korn. „Die Reformen waren damals längst überfällig. Deshalb wurden die Thesen schnell ins Deutsche übersetzt und als Flugblätter überall verbreitet. Die Geldquelle Ablass versiegte. Alle Versuche der damaligen Kirche und des Kaisers, Martin Luther mundtot zu machen, scheiterten. Er und seine Reformen waren nicht mehr aufzuhalten!“

Bei einer anschließenden Aktion waren die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher gefragt. So, wie Martin Luther über die Gestalt der Kirche, über Reformen und Veränderungen nachgedacht hat, so sollten auch sie jetzt ihre Gedanken zu zwei Fragen aufschreiben: Was finde ich an meiner Kirche / meiner Gemeinde gut? Was soll sich an meiner Kirche / meiner Gemeinde verändern?

Dabei kamen viele Ergebnisse zusammen, die teilweise auch von den Besucherinnen und Besuchern im Altarraum vorgetragen wurden. „Die Offenheit und Toleranz unserer Gemeinde ist groß. – Die Kirchenmusik ist wunderbar.“, schrieb jemand. Auch die engagierten Haupt- und Ehrenamtlichen der Gemeinde, die Jugendarbeit und die abwechslungsreichen Gottesdienste wurden als gut befunden. „Wir sind eine Mitmachkirche!“ lobte ein anderer die Gemeinde und „Hier werden auch weltliche Themen behandelt – die Gemeinde schaut über den Tellerrand.“

Auf der Seite mit den Veränderungen fanden sich Wünsche wie z. B. „kein Gottesdienst vor 11 Uhr“, „inklusive Gottesdienste“, „ein echtes, tolerantes Miteinander“ oder „mehr Beinfreiheit in den Kirchenbänken“. Auch die Hoffnung auf „mehr Vertrauen, dass Gott seine Kirche weiterhin trägt“ lag einem Gottesdienstbesucher am Herzen. Von der Evangelischen Kirche Deutschland wünschte man sich „weniger Mainstream, mehr politische Unabhängigkeit“ sowie „Gleichberechtigte Leitung von Männern und Frauen“.

Im Anschluss konnte jeder, der wollte, seine Thesen an die große, freistehende Tür hämmern, für deren Bau und Gestaltung die Kirchenvorsteher Lars Heinrich Kläning und Ulrich Halfpap gesorgt hatten.

Die „Thesentür“ wird bis zum 31. Oktober in der täglich von 9 bis 18 Uhr geöffneten St. Nicolaikirche stehen. Stifte, Zettel, Nägel und ein besonderer Hammer liegen bereit, damit jede und jeder seine Wünsche und Veränderungsimpulse an die Tür nageln kann.

Eine Auswertung und der Ausblick auf Umsetzung der Vorschläge erfolgt dann beim großen Jubiläumsgottesdienst am 31. Oktober 2017 um 10 Uhr.

Unsere Öffnungszeiten im Gemeindebüro

Di., Mi., Fr. :

09:00  - 12:00 

Do. :

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Wir freuen uns, bald von Ihnen zu hören!

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